Der Cashflow zeigt, wie viel Geld in einem Zeitraum tatsächlich in dein Unternehmen hinein- und wieder hinausfließt. Er ist damit eine der wichtigsten Kennzahlen für die Zahlungsfähigkeit. Gewinn kann gut aussehen, obwohl dir das Geld ausgeht. Cashflow macht genau diese Lücke sichtbar.

Cashflow ist der Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen in einem Zeitraum. Er zeigt, ob dein Unternehmen in dieser Zeit Zahlungsmittel aufgebaut oder verbraucht hat.
👉 Formel: Cashflow = Einzahlungen − Auszahlungen.
Wichtig dabei:
Cashflow misst die Nettoveränderung deiner Zahlungsmittel innerhalb eines Zeitraums. Das klingt banal, ist aber in der Praxis der Kern. Sobald du das verstanden hast, lösen sich viele typische Verwechslungen.
💡 Merke: Cashflow zeigt die Veränderung im Zeitraum. Der Kontostand zeigt den Stand zu einem Zeitpunkt.
„Cashflow“ bedeutet wörtlich Geldfluss. In der Unternehmenspraxis beantwortet Cashflow vor allem diese Fragen:
Cashflow ist deshalb nicht nur eine „BWL-Kennzahl“. Er ist ein Steuerungsinstrument. Je kleiner ein Betrieb ist, desto direkter ist die Wirkung: Wenn Cash knapp wird, merkt man es sofort.
Stell dir einen Monat vor:
Dann ist dein Cashflow für diesen Monat:
15.000 € − 12.000 € = +3.000 € Cashflow ✅
Das heißt nicht automatisch:
Aber es heißt:
⚠️ Und jetzt die häufigste Falle: Wenn viele Kund:innen zwar kaufen, aber erst in 30 oder 60 Tagen zahlen, kann dein Umsatz top aussehen, während der Cashflow schon kippt. Genau das lösen wir im nächsten Abschnitt sauber auf.
Viele verwechseln Cashflow mit Gewinn oder Liquidität. Das führt zu falschen Entscheidungen. Cashflow misst Geldbewegungen in einem Zeitraum. Gewinn ist ein Ergebnis aus der Buchhaltung. Liquidität beschreibt, ob du jederzeit zahlen kannst.
Nein. Gewinn entsteht in der GuV durch Erträge minus Aufwendungen. Dabei können Posten enthalten sein, die keine echte Zahlung auslösen oder zeitlich anders wirken als der Geldfluss. Cashflow schaut dagegen nur auf Einzahlungen und Auszahlungen.
Typische Gründe, warum Gewinn und Cashflow auseinanderlaufen:
💡 Merke: Ein Betrieb kann Gewinn machen und trotzdem in Liquiditätsprobleme rutschen. Umgekehrt kann ein Betrieb zeitweise Verlust ausweisen und trotzdem einen positiven Cashflow haben.
Nein. Liquidität ist ein Zustand. Cashflow ist eine Bewegung.
Ein einfaches Bild:
Du kannst einen guten Cashflow haben und trotzdem kurzfristig illiquide sein, wenn eine große Auszahlung heute fällig ist. Du kannst liquide sein und trotzdem einen schlechten Cashflow haben, wenn du gerade von Rücklagen lebst.
Hier passiert die meiste Verwirrung, weil Begriffe ähnlich klingen, aber andere Ebenen meinen.
Einzahlung ist ein Zufluss von Zahlungsmitteln in deinen Zahlungsmittelbestand. Auszahlung ist ein Abfluss von Zahlungsmitteln aus deinem Zahlungsmittelbestand.
⚠️ Wichtig: Eine Einzahlung ist nicht automatisch eine Einnahme. Wenn du einen Kredit aufnimmst, kommt Geld aufs Konto. Das ist eine Einzahlung. Gleichzeitig entsteht aber eine Verbindlichkeit. Du bist nicht „reicher“, du hast nur Zahlungsmittel gegen Schulden getauscht.
Ebenso ist eine Auszahlung nicht automatisch eine Ausgabe oder ein Aufwand. Wenn du einen Kredit tilgst, fließt Geld ab. Das ist eine Auszahlung. Aber es ist kein Aufwand wie Miete oder Wareneinsatz. Es ist Rückzahlung einer Verpflichtung.
Für den Cashflow zählt immer die Zahlungsmittel-Ebene. Also Einzahlungen und Auszahlungen.
Abschreibung ist ein klassischer Stolperstein. Eine Abschreibung ist Aufwand in der GuV, aber sie führt in dem Moment zu keiner Auszahlung. Die Auszahlung hattest du früher, als du die Anschaffung bezahlt hast.
👉 Beispiel: Du kaufst im Januar einen Laptop um 2.000 €. Im Januar hast du eine Auszahlung von 2.000 €. Das drückt den Cashflow in diesem Monat. In der Buchhaltung wird der Laptop oft über mehrere Jahre abgeschrieben. Diese Abschreibung mindert zwar den Gewinn in den Folgeperioden, aber sie ist keine laufende Zahlung.
Konsequenz:
💡 Wenn du Cashflow verstehen willst, musst du deshalb immer fragen: Ist das ein echter Geldfluss oder nur eine buchhalterische Darstellung?
Cashflow wird in der Praxis in mehrere Bereiche aufgeteilt. So siehst du, woher das Geld kommt und wofür es verwendet wird. Diese Trennung ist Standard in der Analyse und hilft, Probleme früh zu erkennen.
Der operative Cashflow zeigt, wie viel Geld dein Unternehmen aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet. Er entsteht aus deinem Kerngeschäft. Also aus dem Verkauf von Waren oder Leistungen, abzüglich der laufenden Auszahlungen.
Typische Einzahlungen:
Typische Auszahlungen:
🚀 Der operative Cashflow ist die wichtigste Cashflow-Größe. Er zeigt, ob dein Geschäftsmodell grundsätzlich funktioniert. Wenn er dauerhaft negativ ist, lebt der Betrieb von Krediten, Einlagen oder Rücklagen.
Dieser Cashflow-Bereich zeigt, wie viel Geld du für langfristige Vermögenswerte ausgibst oder daraus zurückbekommst.
Typische Auszahlungen:
Typische Einzahlungen:
Ein negativer Cashflow aus Investitionen ist oft normal. Er zeigt, dass du investierst. Entscheidend ist, ob der operative Cashflow stark genug ist, um diese Investitionen zu tragen.
Dieser Bereich zeigt, wie sich Fremd- und Eigenfinanzierung auf deine Zahlungsmittel auswirken.
Typische Einzahlungen:
Typische Auszahlungen:
💡 Ein positiver Cashflow aus Finanzierung bedeutet meist, dass Geld von außen in den Betrieb fließt. Das kann sinnvoll sein, ist aber kein Zeichen für operative Stärke.
Der Free Cashflow zeigt, wie viel Geld nach Investitionen wirklich frei verfügbar bleibt. Er wird oft verwendet, um zu beurteilen, ob ein Unternehmen sich selbst finanzieren kann.
Vereinfacht gedacht:
Operativer Cashflow minus Investitionen.
💡 Ein positiver Free Cashflow bedeutet, dass nach notwendigen Investitionen noch Geld übrig ist. Dieses Geld kann für Schuldenabbau, Rücklagen, Ausschüttungen oder weiteres Wachstum genutzt werden.
In der Praxis tauchen unterschiedliche Begriffe auf, die nicht immer einheitlich verwendet werden.
💡 Wichtig ist weniger der Name, sondern was konkret ein- und ausgeklammert wurde. Beim Vergleich von Zahlen solltest du immer prüfen, welche Definition verwendet wird.
Cashflow lässt sich auf unterschiedliche Arten berechnen. Für kleine Unternehmen reicht oft eine einfache Sicht. Für Analysen aus der Buchhaltung wird meist die indirekte Methode genutzt. Wichtig ist nicht die Methode selbst, sondern dass du verstehst, woher die Zahl kommt.
👉 Cashflow = Einzahlungen − Auszahlungen.
Diese Sicht ist besonders hilfreich, wenn du mit Kontoauszügen, Kassenberichten oder einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung arbeitest. Du siehst sofort, ob dein Geschäft im betrachteten Zeitraum Geld aufgebaut oder verbraucht hat.
In der Praxis greift man selten jede einzelne Zahlung heraus. Stattdessen wird der Cashflow aus bestehenden Auswertungen abgeleitet.
Bei einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung entsprechen Einzahlungen und Auszahlungen weitgehend den tatsächlichen Geldbewegungen. Der Cashflow lässt sich hier direkt aus den Zahlungsströmen ableiten.
Bei einer Gewinn- und Verlustrechnung musst du weiter denken. Der ausgewiesene Gewinn enthält Posten, die keine echten Zahlungen darstellen oder zeitlich anders wirken.
Bei der indirekten Methode startest du mit dem Jahresüberschuss aus der GuV und passt ihn um nicht zahlungswirksame und zeitlich verschobene Effekte an. So erklärst du, warum Gewinn und Cashflow voneinander abweichen.
💡 Merke: Steigende Forderungen und Vorräte verschlechtern den Cashflow. Steigende Verbindlichkeiten verbessern ihn kurzfristig.
Bei der direkten Methode werden alle Einzahlungen und Auszahlungen eines Zeitraums gegenübergestellt. Sie ist besonders verständlich und eignet sich gut für kleine Betriebe, die mit Konto- und Kassendaten arbeiten.
📌 Interpretation: Das Unternehmen hat in diesem Zeitraum 3.000 € mehr Geld eingenommen als ausgegeben, unabhängig davon, wie hoch Gewinn oder Abschreibung in der GuV ausfallen.
Working Capital beschreibt den kurzfristig im Betrieb gebundenen Teil des Kapitals. Es ergibt sich vereinfacht aus Vorräten und Forderungen minus Verbindlichkeiten.
Steigen Forderungen oder Lagerbestände, fließt Geld ab. Steigen Verbindlichkeiten, bleibt Geld länger im Betrieb.
⚠️ Achtung: Starkes Wachstum kann den Cashflow verschlechtern, obwohl Umsatz und Gewinn steigen.
Ein Betrieb erzielt 50.000 Euro Umsatz. Davon sind am Periodenende noch 15.000 Euro offen. Gleichzeitig steigen die Verbindlichkeiten um 5.000 Euro.
Der operative Cashflow fällt deutlich niedriger aus als der Gewinn, weil mehr Geld in Forderungen gebunden ist.
Viele stoßen beim Thema Cashflow auf Begriffe wie Cashflow Statement oder Kapitalflussrechnung. Gemeint ist damit eine strukturierte Darstellung der Zahlungsströme eines Unternehmens über einen Zeitraum. Sie zeigt nicht nur eine einzelne Zahl, sondern erklärt, woher Geld kommt und wohin es fließt.
Ein Cashflow Statement gliedert Geldflüsse nach ihrem Ursprung. Dadurch wird nachvollziehbar, ob Geld aus dem laufenden Geschäft kommt oder aus Investitionen und Finanzierung.
Es beantwortet drei Kernfragen:
Im Unterschied zur GuV geht es nicht um Erfolg oder Bewertung, sondern um reale Geldbewegungen.
In Deutschland ist die Kapitalflussrechnung vor allem im Kontext größerer Unternehmen und Konzernabschlüsse relevant. Sie ist Bestandteil des Jahresabschlusses und folgt festen Gliederungsregeln.
Für kleine Unternehmen und Einzelunternehmer ist die Kapitalflussrechnung meist keine Pflicht, sondern ein Analyse- und Steuerungsinstrument. In der Praxis reicht oft eine vereinfachte Cashflow-Auswertung.
💡 Merke: Auch wenn du keine formelle Kapitalflussrechnung erstellen musst, brauchst du trotzdem Klarheit über deine Zahlungsströme.
Bilanz, GuV und Cashflow hängen zusammen, zeigen aber unterschiedliche Perspektiven:
Die indirekte Cashflow-Berechnung verbindet diese Ebenen. Sie startet beim Gewinn aus der GuV und erklärt anhand von Bilanzveränderungen, warum daraus mehr oder weniger Geldfluss entsteht.
Gewinn ist wichtig für Bewertung und Steuern. Cashflow ist entscheidend für das Überleben des Unternehmens.
Ein Betrieb kann:
⚠️ Achtung: Wer nur auf Gewinn schaut, erkennt Liquiditätsengpässe oft zu spät.
Wenn du Cashflow regelmäßig analysierst, siehst du frühzeitig, ob dein Geschäft aus eigener Kraft trägt oder ob Risiken entstehen.
Cashflow zeigt, wie belastbar dein Geschäft wirklich ist. Er beantwortet Fragen, die weder GuV noch Kontostand alleine sauber klären. Entscheidend ist immer der Kontext und die Entwicklung über mehrere Perioden.
Ein positiver Cashflow bedeutet, dass im betrachteten Zeitraum mehr Geld eingenommen als ausgegeben wurde. Das Unternehmen baut finanzielle Spielräume auf.
Typische Konsequenzen:
💡 Merke: Positiver Cashflow ist ein Zeichen für Stabilität, aber kein Garant für langfristigen Erfolg. Einmalige Effekte können das Bild verzerren.
Ein negativer Cashflow bedeutet, dass mehr Geld abgeflossen als zugeflossen ist. Das ist nicht automatisch schlecht, aber erklärungsbedürftig.
Häufige, unkritische Gründe:
Kritische Situationen entstehen, wenn:
⚠️ Achtung: Dauerhaft negativer operativer Cashflow ist ein strukturelles Warnsignal.
Einen „idealen“ Cashflow-Wert gibt es nicht. Er hängt ab von:
Wichtiger als absolute Zahlen sind:
💡 Merke: Ein gleichmäßiger, planbarer Cashflow ist oft wertvoller als hohe, aber volatile Überschüsse.
In der Praxis lassen sich wiederkehrende Muster beobachten:
🎯 Entscheidend ist nicht das Muster selbst, sondern ob es bewusst gesteuert wird oder unkontrolliert entsteht.
Cashflow-Analyse heißt: Du zerlegst den Geldfluss in Ursachen. Ziel ist nicht eine schöne Zahl, sondern früh zu erkennen, wo Liquidität entsteht oder verloren geht. Für kleine Unternehmen reicht eine einfache Systematik, wenn sie konsequent gemacht wird.
✅ Welche Cashflows sind positiv oder negativ, und warum?
Wenn der Gesamt-Cashflow negativ ist, musst du wissen, ob das aus Investitionen kommt oder aus dem laufenden Geschäft. Investitionen können sinnvoll sein. Ein dauerhaft schwaches Kerngeschäft nicht.
✅ Kommt dein Geld aus dem Betrieb oder aus Finanzierung?
Ein positiver Cashflow, der hauptsächlich aus Krediten stammt, sieht kurzfristig gut aus, ist aber kein Zeichen für operative Stärke.
✅ Was passiert mit Forderungen?
Steigen Forderungen, bedeutet das oft: Du hast verkauft, aber das Geld ist noch nicht da. Cashflow und Liquidität leiden, obwohl Umsatz und Gewinn steigen können.
✅ Was passiert mit Vorräten und Wareneinsatz?
Wachsende Lagerbestände binden Geld. Das ist besonders relevant im Handel und in der Gastronomie, wenn Einkauf und Abverkauf zeitlich auseinanderlaufen.
✅ Was passiert mit Verbindlichkeiten?
Steigende Verbindlichkeiten können Cashflow kurzfristig entlasten, weil du Zahlungen später leistest. Gleichzeitig darf das nicht unkontrolliert werden, sonst drohen Mahnungen, Lieferstopps oder schlechtere Konditionen.
💡 Merke: Cashflow-Analyse ist oft Working-Capital-Analyse. Forderungen, Vorräte und Verbindlichkeiten erklären einen großen Teil der Abweichungen.
⚠️ Forderungen wachsen schneller als Umsatz
Das ist ein Warnsignal für Zahlungsziele, Inkasso-Probleme oder unklare Rechnungsprozesse.
⚠️ Lager wächst, aber Marge steigt nicht
Das deutet auf Überbestände, falsche Einkaufsmengen oder zu langsamen Abverkauf hin. Ergebnis: Geld ist im Lager gebunden, ohne dass es sich rechnet.
⚠️ Verbindlichkeiten steigen, weil Zahlungen geschoben werden
Das kann kurzfristig Luft geben, ist aber riskant, wenn es kein Plan ist. Spätestens wenn Lieferanten strenger werden, kippt die Liquidität.
Der Cash Conversion Cycle beschreibt vereinfacht, wie lange Geld im Betrieb „festhängt“, bis es wieder als Zahlungsmittel zurückkommt. Je kürzer, desto besser.
Er besteht aus drei Bausteinen:
📌 Faustlogik: Alles, was den Zeitraum bis zur Kundenzahlung verkürzt oder den Zeitraum bis zur Lieferantenzahlung sinnvoll verlängert, verbessert den Cashflow.
📌 Wenn du nur 10 Minuten pro Woche investieren willst, reicht das:
Cashflow verbessert man selten durch „ein bisschen sparen“. Die größten Hebel liegen fast immer bei Timing und Struktur: wann kommt Geld rein, wann geht es raus, und wie viel bleibt als Puffer. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, nach Wirkung sortiert.
Wenn Kund:innen später zahlen, finanzierst du ihr Geschäft mit. Das ist einer der häufigsten Cashflow-Killer.
Konkrete Maßnahmen:
💡 Merke: Umsatz auf Rechnung ist erst dann Cashflow, wenn das Geld am Konto ist.
Auszahlungen sind nicht nur „Kosten“. Sie sind Termine. Wer Termine steuert, steuert Cashflow.
Konkrete Maßnahmen:
⚠️ Achtung: Auszahlungen zu lange zu verschieben kann teurer werden, wenn Mahnspesen, Lieferstopps oder schlechtere Konditionen folgen.
Im Handel und in der Gastronomie wird Cashflow oft im Lager „vergraben“. Zu viel Bestand fühlt sich sicher an, bindet aber Geld und erhöht Risiko durch Verderb oder Preisverfall.
Konkrete Maßnahmen:
💡 Merke: Jeder Euro im Lager ist ein Euro, den du nicht für Löhne, Miete oder Wachstum nutzen kannst.
Verbindlichkeiten sind kurzfristig ein Cashflow-Hebel. Ziel ist nicht „nicht zahlen“, sondern smarter zahlen.
Konkrete Maßnahmen:
⚠️ Achtung: Wenn du Zahlungsziele ausreizt, brauchst du saubere Übersicht. Sonst verlierst du Vertrauen und Lieferfähigkeit.
Viele Cashflow-Probleme entstehen nicht durch schlechte Investitionen, sondern durch falsches Timing.
Konkrete Maßnahmen:
💡 Merke: Investitionen treffen Cashflow sofort. Die Wirkung auf Umsatz kommt oft später.
Cashflow hat eine harte Wahrheit: Ohne ausreichende Marge lässt sich kein stabiler Geldfluss aufbauen. Preis- und Margenarbeit ist deshalb Cashflow-Arbeit.
Konkrete Maßnahmen:
🎯 Ziel: Nicht maximaler Umsatz, sondern genügend Überschuss, der als Cash im Betrieb ankommt.
Cashflow-Planung sorgt dafür, dass Engpässe vorher sichtbar werden. Nicht erst dann, wenn das Konto leer ist. Sie ist kein Controlling-Luxus, sondern ein einfaches Frühwarnsystem.
Die 13-Wochen-Planung ist der Praxisstandard. Sie zeigt, wie sich Ein- und Auszahlungen in den nächsten rund drei Monaten entwickeln.
So funktioniert sie:
💡 Merke: Die 13-Wochen-Planung lebt von Aktualität. Eine grobe, aber aktuelle Planung ist besser als eine perfekte, die niemand pflegt.
Vorteile:
Wenn dein Geschäft wenig schwankt, reicht oft eine Monatsplanung. Sie ist einfacher und weniger zeitintensiv.
Typische Einsatzfälle:
Wichtig ist auch hier:
⚠️ Achtung: Monatsplanung funktioniert nur, wenn Ein- und Auszahlungen zeitlich gut einschätzbar sind. Bei starken Schwankungen reicht sie nicht.
In saisonalen Betrieben entscheidet der Cashflow-Puffer über die Überlebensfähigkeit.
Typische Beispiele:
Wichtig ist hier:
📌 Faustregel: Der Cashflow-Puffer sollte mehrere Monate Fixkosten abdecken, nicht nur ein paar Wochen.
Die Cash-Burn-Rate beschreibt, wie schnell ein Unternehmen Geld verbraucht. Sie wird vor allem relevant, wenn der operative Cashflow negativ ist.
Einfach gedacht:
Beispiel:
Wenn du monatlich 5.000 Euro mehr ausgibst als einnimmst und noch 50.000 Euro verfügbar hast, beträgt deine Runway etwa zehn Monate.
⚠️ Achtung: Die Burn-Rate ist nur sinnvoll, wenn sie regelmäßig aktualisiert wird. Einmal berechnet hilft sie nicht.
Cashflow-Planung wirkt nur, wenn sie regelmäßig gemacht wird.
Empfohlene Routine:
💡 Merke: Planung ersetzt keine Entscheidungen. Sie macht sie nur früher und besser möglich.
Cashflow scheitert selten an fehlenden Zahlen. Er scheitert an falscher Interpretation. Diese Fehler treten in der Praxis immer wieder auf und kosten Liquidität.
Umsatz zeigt Verkäufe. Gewinn zeigt Erfolg laut Buchhaltung. Cashflow zeigt Geldbewegung. Wer diese Ebenen vermischt, trifft falsche Entscheidungen.
Ein typisches Szenario:
Der Grund sind offene Forderungen. Cashflow fehlt, obwohl das Geschäft „gut läuft“.
💡 Merke: Umsatz und Gewinn sind wertlos, wenn das Geld nicht rechtzeitig ankommt.
Abschreibungen, Rückstellungen oder Zuschreibungen beeinflussen den Gewinn, aber nicht den Geldfluss im selben Zeitraum.
Ein häufiger Fehler ist, Abschreibungen als „laufende Belastung“ des Cashflows zu sehen. Die Auszahlung ist längst passiert. Der Cashflow wird dadurch nicht weiter reduziert.
⚠️ Achtung: Wer Abschreibungen wie Auszahlungen behandelt, unterschätzt seinen operativen Cashflow.
Forderungen, Vorräte und Verbindlichkeiten entscheiden oft mehr über den Cashflow als der Gewinn selbst.
Typische Fehler:
Das Ergebnis sind überraschende Engpässe, obwohl die Zahlen „eigentlich passen“.
💡 Merke: Cashflow-Probleme sind oft Working-Capital-Probleme.
Investitionen drücken den Cashflow sofort. Die Wirkung auf Umsatz und Gewinn kommt oft später. Viele interpretieren einen negativen Cashflow deshalb als Zeichen für schlechtes Geschäft.
Das ist falsch, wenn:
Problematisch wird es, wenn Investitionen ohne Planung oder ohne Rücksicht auf den Zahlungszeitpunkt erfolgen.
⚠️ Achtung: Gute Investitionen mit schlechtem Timing können trotzdem Liquiditätsprobleme auslösen.
Negativer Cashflow ist kein Urteil, sondern ein Signal. Entscheidend ist der Grund.
Unkritisch kann negativer Cashflow sein bei:
Kritisch wird es, wenn:
🎯 Ziel ist nicht „immer positiv“, sondern verstehbar, planbar und steuerbar.
Ein kurzes Glossar hilft, die wichtigsten Begriffe einheitlich zu verstehen. Genau hier entstehen sonst viele Missverständnisse.
Einzahlung ist der Zufluss von Geldmitteln in deinen Zahlungsmittelbestand. Es geht ausschließlich um echtes Geld, das auf Konto oder in die Kasse kommt.
Auszahlung ist der Abfluss von Geldmitteln aus deinem Zahlungsmittelbestand. Jede Überweisung, Barzahlung oder Abbuchung zählt hier.
Einnahmen entstehen durch Leistungserbringung oder Verkauf. Sie müssen nicht gleichzeitig eine Einzahlung sein, etwa bei Verkauf auf Rechnung.
Ausgaben entstehen durch den Verbrauch von Gütern oder Leistungen. Sie müssen nicht gleichzeitig eine Auszahlung sein, etwa bei Kreditkauf.
Eine Forderung ist ein Anspruch auf Zahlung gegenüber Kund:innen. Forderungen binden Geld, solange sie nicht bezahlt sind.
Eine Verbindlichkeit ist eine offene Zahlungsverpflichtung gegenüber Lieferanten oder anderen Gläubigern. Sie kann Cashflow kurzfristig entlasten, erhöht aber Verpflichtungen.
Der operative Cashflow zeigt den Geldfluss aus dem laufenden Geschäft. Er ist die wichtigste Kennzahl zur Beurteilung der wirtschaftlichen Stabilität.
Free Cashflow ist der Teil des Cashflows, der nach Investitionen übrig bleibt. Er zeigt, wie viel Geld wirklich frei verfügbar ist.
Liquidität beschreibt die Fähigkeit, jederzeit zahlungsfähig zu sein. Sie ist ein Zustand, kein Zeitraum.
💡 Merke: Cashflow erklärt die Bewegung von Geld. Liquidität beschreibt, ob aktuell genug Geld vorhanden ist.
Cashflow ist der Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen innerhalb eines Zeitraums. Er zeigt, ob ein Unternehmen in dieser Zeit Zahlungsmittel aufgebaut oder verbraucht hat. Cashflow betrachtet ausschließlich reale Geldbewegungen und ergänzt Gewinnzahlen um eine Liquiditätssicht.
Cashflow bedeutet wörtlich Geldfluss. In der Praxis beschreibt er, wie stabil und belastbar ein Unternehmen finanziell ist. Ein stabiler Cashflow zeigt, dass laufende Kosten gedeckt, Investitionen möglich und Risiken abfederbar sind.
Nein. Gewinn entsteht aus Erträgen minus Aufwendungen in der Buchhaltung. Cashflow misst Einzahlungen und Auszahlungen. Abschreibungen, Rückstellungen oder offene Forderungen können dazu führen, dass Gewinn und Cashflow stark voneinander abweichen.
Nein. Cashflow misst die Veränderung der Zahlungsmittel über einen Zeitraum. Liquidität beschreibt den verfügbaren Geldstand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ein Unternehmen kann liquide sein, obwohl der Cashflow negativ ist, oder umgekehrt.
Grundsätzlich gilt: Cashflow = Einzahlungen − Auszahlungen. In der Buchhaltung wird häufig die indirekte Methode verwendet, bei der vom Gewinn ausgegangen und um nicht zahlungswirksame sowie zeitlich verschobene Effekte korrigiert wird.
Der operative Cashflow zeigt den Geldfluss aus dem laufenden Geschäft. Er gibt Auskunft darüber, ob das Kerngeschäft ausreichend Geld erwirtschaftet, um laufende Kosten, Investitionen und Verpflichtungen zu tragen.
Free Cashflow ist der operative Cashflow abzüglich der Investitionen. Er zeigt, wie viel Geld nach notwendigen Investitionen tatsächlich frei verfügbar ist, etwa für Rücklagen, Schuldenabbau oder weiteres Wachstum.
Cashflow zeigt, ob ein Unternehmen aus eigener Kraft zahlungsfähig bleibt. Er ist ein Frühindikator für Liquiditätsprobleme und hilft, finanzielle Risiken früher zu erkennen als reine Gewinnzahlen.
Negativer Cashflow bedeutet, dass in einem Zeitraum mehr Geld ausgegeben als eingenommen wurde. Das kann normal sein, etwa bei Investitionen oder Wachstum, wird aber kritisch, wenn der operative Cashflow dauerhaft negativ ist.
Einen festen Zielwert gibt es nicht. Ein guter Cashflow ist planbar, stabil und ausreichend, um laufende Kosten, Investitionen und Rücklagen zu decken. Wichtiger als die Höhe ist die Nachhaltigkeit über mehrere Perioden.

Cashflow entscheidet darüber, ob ein Unternehmen handlungsfähig bleibt. Er zeigt nicht Erfolg auf dem Papier, sondern reale Geldbewegungen. Genau deshalb ist Cashflow oft wichtiger als Gewinnzahlen.
Wer Cashflow regelmäßig betrachtet,
🎯 Entscheidend ist nicht, immer einen perfekten Cashflow zu haben. Entscheidend ist, ihn zu verstehen, zu planen und aktiv zu steuern.
lg Christian und das Team von shoperate
Alle Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Garantie kann dafür aber nicht abgegeben werden. Insbesondere stellt dieser Artikel keine Rechts- oder Steuerberatung dar.
Teste jetzt shoperate einen Monat gratis und unverbindlich. Anmelden, downloaden, loslegen!