Du willst ein Café in Österreich eröffnen? Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Voraussetzungen du erfüllen musst, was die Gründung kostet und wie du Schritt für Schritt vom Konzept bis zur Eröffnung kommst — mit allen Genehmigungen, Kosten und Praxistipps für den österreichischen Markt.

Ein Café in Österreich eröffnest du nur dann sauber, wenn Konzept, Gastgewerbeberechtigung, Betriebsanlagengenehmigung und Finanzierung von Anfang an zusammen gedacht werden. Ohne diese vier Säulen kommst du nicht an den Start.
Konkret brauchst du:
Dieser Leitfaden führt dich durch jeden dieser Punkte — mit konkreten Zahlen, rechtlichen Grundlagen (Stand 2026) und Praxistipps für den österreichischen Markt.
💡 Hinweis: Dieser Artikel bezieht sich auf die Rechtslage in Österreich. In Deutschland und der Schweiz gelten zum Teil andere Regelungen, insbesondere bei Gewerbeordnung, Konzession und Förderungen.
Bevor du dich um Standort, Einrichtung oder Personal kümmerst, musst du die rechtlichen Grundlagen klären. In Österreich ist das Betreiben eines Cafés ein reglementiertes Gewerbe — das bedeutet, du brauchst bestimmte Nachweise, bevor du überhaupt starten darfst.
Grundsätzlich darf in Österreich jede volljährige, geschäftsfähige Person ein Café eröffnen, sofern sie die gewerberechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Die wichtigsten Anforderungen im Überblick:
Ob du die Kaffeemaschine selbst bedienst oder ausschließlich unternehmerisch tätig bist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass du als Gewerbetreibende:r die formalen Voraussetzungen nachweisen kannst.
Das Café fällt unter die Gewerbeordnung (GewO) und dort in die Kategorie Gastgewerbe. Die Konzession für das Gastgewerbe — also die Gewerbeberechtigung — erhältst du in der Regel nur mit einem Befähigungsnachweis. In der Praxis bedeutet das:
Der Befähigungsnachweis für das Gastgewerbe belegt, dass du die fachlichen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse mitbringst, um einen Gastronomiebetrieb zu führen. Die genauen Anforderungen sind in der Gastgewerbe-Befähigungsnachweisverordnung geregelt.
👉 Tipp: Die Wirtschaftskammer (WKO) bietet eine Übersicht, welche Ausbildungen und Prüfungen konkret als Befähigungsnachweis anerkannt werden. Dort findest du auch Informationen zu WIFI-Kursen, die gezielt auf die Prüfung vorbereiten.
Du hast keine einschlägige Ausbildung? Das bedeutet nicht automatisch, dass du kein Café eröffnen kannst. Es gibt zwei gängige Wege:
1. Nachsicht vom Befähigungsnachweis
Bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde kannst du einen Antrag auf Nachsicht stellen. Voraussetzung: Du musst nachweisen, dass du die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten auf andere Weise erworben hast — etwa durch langjährige Berufserfahrung in der Gastronomie, einschlägige Weiterbildungen oder eine Kombination aus beidem.
Die Behörde prüft den Antrag individuell. Eine Garantie auf Bewilligung gibt es nicht, aber in der Praxis werden Anträge bei nachvollziehbarer Erfahrung häufig genehmigt.
2. Gewerberechtliche:r Geschäftsführer:in
Die zweite Möglichkeit: Du stellst eine Person als gewerberechtliche:n Geschäftsführer:in ein, die den Befähigungsnachweis besitzt. Diese Person muss im Betrieb tatsächlich tätig sein (mindestens halbtags) und übernimmt die gewerberechtliche Verantwortung.
⚠️ Achtung: Die sogenannte kleine Konzession für das Gastgewerbe in Österreich ist eine eigene Kategorie mit eingeschränktem Umfang. Sie kommt in Frage, wenn du ausschließlich kalte Speisen und nichtalkoholische Getränke anbietest. Die Anforderungen an den Befähigungsnachweis sind hier reduziert — die Konzession Gastronomie Österreich kennt also unterschiedliche Stufen, je nach Angebot und Betriebsumfang.
Ein Café, das für alle da sein will, spricht am Ende oft niemanden richtig an. Je klarer du dein Konzept definierst, desto leichter fällt die Positionierung — und desto gezielter kannst du Standort, Sortiment und Marketing darauf ausrichten.
Die Bandbreite ist groß: vom klassischen Wiener Kaffeehaus über ein modernes Specialty-Coffee-Café bis zum kleinen Take-away-Konzept. Jede Variante bringt unterschiedliche Anforderungen an Fläche, Ausstattung und Investition mit sich.
👉 Tipp: Überlege frühzeitig, ob du neben Kaffee auch Alkohol ausschenken willst. Das beeinflusst sowohl die Art der Gewerbeberechtigung als auch die Auflagen.
Dein Konzept bestimmt deine Zielgruppe — und umgekehrt. Fragen, die dir helfen, die Positionierung zu schärfen:
Ein Alleinstellungsmerkmal muss kein revolutionäres Konzept sein. Oft reicht eine klare Kombination: besonders guter Kaffee + hundefreundliches Lokal, veganes Frühstücksangebot + Co-Working-Ecke, regionale Produkte + familiäre Atmosphäre.
Der Standort ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Achte bei der Standortwahl auf:
⚠️ Achtung: Bevor du einen Mietvertrag unterschreibst, kläre mit der Behörde, ob am gewünschten Standort eine Betriebsanlagengenehmigung für Gastronomie erteilt werden kann. Nicht jeder Standort eignet sich dafür.
Ein Businessplan ist kein bürokratisches Pflichtprogramm — er ist dein Werkzeug, um zu prüfen, ob dein Café wirtschaftlich tragfähig ist. Außerdem brauchst du ihn, wenn du Fördermittel beantragen oder einen Bankkredit aufnehmen willst.
Ein solider Businessplan für ein Café in Österreich umfasst in der Regel folgende Bestandteile:
💡 Hinweis: Die Wirtschaftskammer und die Austria Wirtschaftsservice (aws) stellen kostenlose Vorlagen und Leitfäden für Businesspläne zur Verfügung. Die Gründerplattform des BMDW bietet außerdem ein interaktives Online-Tool.
Der Businessplan zwingt dich, deine Annahmen zu hinterfragen — das ist sein eigentlicher Wert. Für die Rentabilitätsvorschau sind diese Stellschrauben entscheidend:
👉 Tipp: Rechne drei Szenarien: optimistisch, realistisch und pessimistisch. Wenn dein Café selbst im pessimistischen Fall innerhalb von 12–18 Monaten den Break-even erreicht, hast du eine belastbare Grundlage.
Was kostet es, ein Café in Österreich zu eröffnen? Die Antwort hängt stark von Konzept, Standort und Größe ab. Dieser Abschnitt liefert dir die konkreten Zahlenblöcke für deine Kalkulation.
Die Investitionskosten für ein kleines bis mittelgroßes Café (30–60 Sitzplätze) liegen in Österreich erfahrungsgemäß zwischen 50.000 und 200.000 €. Die Spanne ist groß, weil Faktoren wie Ablöse, Umbaumaßnahmen und Ausstattungsstandard stark variieren.
⚠️ Achtung: Plane immer eine Liquiditätsreserve für die ersten Monate ein. Viele Cafés scheitern nicht an fehlendem Umsatz, sondern an mangelnder Überbrückung in der Anlaufphase.
Neben den Gründungskosten fallen monatlich Fixkosten an, die du bei der Kalkulation berücksichtigen musst:
Banken und Förderinstitute erwarten in der Regel einen Eigenkapitalanteil von 20–30 % der Gesamtinvestition. Je mehr Eigenmittel du einbringst, desto besser deine Verhandlungsposition und desto niedriger die monatliche Kreditbelastung.
Wer ein Café ohne oder mit wenig Eigenkapital eröffnen möchte, muss besonders überzeugend belegen, dass das Konzept wirtschaftlich tragfähig ist. Manche Gründer:innen starten mit einem kleineren Konzept (z. B. Take-away, Pop-up oder mobiles Café), um mit geringerer Investition Erfahrung und Umsatz aufzubauen.
Der österreichische Markt bietet mehrere Anlaufstellen für Gründungsfinanzierung:
👉 Tipp: Nutze die kostenlose Gründerberatung der WKO, bevor du dich für eine Finanzierungsform entscheidest. Dort erhältst du auch Informationen zu aktuellen Fördercalls und Einreichfristen.
Die Gewerbeberechtigung allein reicht nicht. Bevor du dein Café öffnen darfst, brauchst du eine Reihe weiterer Genehmigungen und musst bestimmte Auflagen erfüllen. Die Zuständigkeiten liegen bei unterschiedlichen Behörden — plane ausreichend Vorlaufzeit ein.
Die Gewerbeanmeldung erfolgt bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat). Dafür brauchst du:
Nach der Anmeldung erhältst du einen Gewerbeschein, der dich berechtigt, das Gastgewerbe auszuüben.
Sobald dein Café als Betriebsanlage gilt — was bei nahezu jedem Gastronomiebetrieb der Fall ist —, brauchst du eine Betriebsanlagengenehmigung nach der Gewerbeordnung. Dabei prüft die Behörde unter anderem:
Das Genehmigungsverfahren kann je nach Standort und Behörde mehrere Wochen bis Monate dauern. Starte den Antrag daher so früh wie möglich — idealerweise parallel zur Umbauplanung.
Als Gastronomiebetrieb unterliegst du dem Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) sowie den EU-Hygieneverordnungen. Konkret bedeutet das:
Zusätzlich gilt in Österreich die Registrierkassenpflicht ab einem Jahresumsatz von 15.000 € (netto) und wenn die Barumsätze 7.500 € pro Jahr übersteigen. In einem Café wirst du diese Grenze in der Regel schnell erreichen. Die Registrierkasse muss den Anforderungen der Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV) entsprechen und mit einer technischen Sicherheitseinrichtung ausgestattet sein.
In Österreich gibt es keine separate Schanklizenz im klassischen Sinn — der Ausschank von Getränken (auch Alkohol) ist in der Regel durch die Gastgewerbeberechtigung abgedeckt. Allerdings gibt es Einschränkungen:
Die Ausstattung deines Cafés ist eine der größten Investitionen — und gleichzeitig der Bereich, in dem du bewusst priorisieren solltest. Nicht alles muss vom ersten Tag an perfekt sein.
Die Kaffeemaschine ist das Herzstück deines Cafés. Eine professionelle Siebträgermaschine kostet zwischen 5.000 und 20.000 € — je nach Marke, Brühgruppen und Ausstattung. Dazu kommt eine hochwertige Kaffeemühle (1.000–3.000 €), die mindestens genauso wichtig für die Kaffeequalität ist.
Weitere Grundausstattung für den Arbeitsbereich:
👉 Tipp: Gute gebrauchte Gastro-Geräte findest du über spezialisierte Händler oder Gastro-Auflösungen. So lässt sich gerade bei Kühlung und Spültechnik deutlich sparen.
Neben der technischen Ausstattung brauchst du:
💡 Hinweis: Erstelle vor der Bestellung eine Ausstattungsliste mit Prioritäten. Unterscheide zwischen „muss zum Start da sein" und „kann in den ersten Monaten nachgerüstet werden". So behältst du das Budget im Griff.
Selbst wenn du zunächst allein oder mit wenigen Mitarbeiter:innen startest — die Frage nach Personal und Abläufen solltest du vor der Eröffnung klären.
In der Gastronomie gelten in Österreich die Regelungen des Kollektivvertrags für das Hotel- und Gastgewerbe. Dieser regelt Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Zuschläge und Urlaubsansprüche.
Vor dem Start solltest du klären:
Bevor du die Türen öffnest, prüfe noch einmal:
Die Eröffnung ist der Moment, in dem dein Café sichtbar wird. Nutze diesen Moment gezielt — aber setze nicht alles auf einen Tag.
Ein Soft Opening — also ein stiller Start vor der offiziellen Eröffnung — hat sich in der Praxis bewährt. So kannst du Abläufe testen, das Team einarbeiten und erste Stammgäste gewinnen, bevor der große Andrang kommt.
Für die ersten Wochen empfiehlt sich:
👉 Tipp: Beginne mit Social Media und Google-Profil schon vor der Eröffnung — idealerweise 2–4 Wochen vorher. So baust du Vorfreude auf und hast am Eröffnungstag bereits eine kleine Community.
Viele der häufigsten Gründungsfehler lassen sich vermeiden, wenn du sie vorher kennst. Diese fünf gehören zu den verbreitetsten:
Kosten zu knapp kalkulieren. Fast jeder Umbau wird teurer als geplant. Wenn du keinen finanziellen Puffer einrechnest, gerätst du schnell in Liquiditätsprobleme — besonders in den ersten Monaten, wenn der Umsatz noch nicht stabil ist.
Standort falsch einschätzen. Ein günstiger Mietpreis nützt wenig, wenn die Lauffrequenz zu niedrig ist. Beobachte den Standort zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen, bevor du dich festlegst.
Rechtliche Anforderungen zu spät klären. Wer sich erst um Gewerbeberechtigung und Betriebsanlagengenehmigung kümmert, wenn der Umbau bereits läuft, riskiert Verzögerungen oder sogar einen Baustopp. Starte die behördlichen Verfahren so früh wie möglich.
Konzept ohne klare Positionierung. „Ein bisschen von allem" funktioniert selten. Café-Gründer:innen, die ihre Zielgruppe klar definieren, treffen bessere Entscheidungen bei Sortiment, Einrichtung und Preisgestaltung.
Zu optimistische Umsatzannahmen. Es dauert in vielen Fällen 6–12 Monate, bis ein neues Café eine stabile Stammkundschaft aufgebaut hat. Plane deine Finanzen so, dass du diese Anlaufphase durchstehen kannst.
⚠️ Achtung: Ein guter Steuerberater mit Gastronomie-Erfahrung kann dir helfen, typische Kalkulationsfehler zu vermeiden. Die Investition in professionelle Beratung zahlt sich in den meisten Fällen aus.
Kurz gesagt brauchst du eine Gastgewerbeberechtigung (mit Befähigungsnachweis oder anerkannter Alternative), eine Betriebsanlagengenehmigung, ein HACCP-Hygienekonzept, eine RKSV-konforme Registrierkasse und einen tragfähigen Finanzplan. Details zu jedem dieser Punkte findest du oben in den Abschnitten zu Voraussetzungen und Genehmigungen.
Ja. Du kannst entweder Nachsicht vom Befähigungsnachweis beantragen (bei nachweisbarer Erfahrung) oder eine Person mit Befähigungsnachweis als gewerberechtliche:n Geschäftsführer:in einstellen. Beide Wege sind in der Praxis gängig — die Details dazu stehen im Abschnitt Voraussetzungen.
Die wichtigsten: Gewerbeschein, Betriebsanlagengenehmigung, Registrierung bei der Lebensmittelaufsicht und je nach Standort eine Schanigarten-Bewilligung. Dazu kommen Meldungen bei Finanzamt, SVS und ÖGK. Wie du die einzelnen Genehmigungen beantragst und worauf du achten musst, erklärt der Abschnitt Genehmigungen und Auflagen.
Die Gründungskosten für ein kleines bis mittelgroßes Café in Österreich liegen erfahrungsgemäß zwischen 50.000 und 200.000 €. Die größten Posten sind Umbau, Kaffeemaschine, Küchenausstattung und Mobiliar. Die vollständige Aufschlüsselung mit Richtwerten findest du in der Kostentabelle oben.
Als Richtwert empfehlen viele Branchenexpert:innen, 20–30 % der Gesamtinvestition als Eigenkapital einzubringen. Bei 100.000 € Gesamtinvestition wären das 20.000–30.000 €. Den Rest kannst du über Bankkredite, aws-Förderungen, Landesförderungen oder das AMS-Gründungsprogramm finanzieren.
Ein kleines Café kann sich lohnen, wenn Konzept, Standort und Kalkulation stimmen. Die Vorteile: geringere Investition, niedrigere Fixkosten und überschaubares Risiko. Entscheidend sind ein realistischer Finanzplan, eine klare Positionierung und die Bereitschaft, in der Anfangsphase selbst viel zu arbeiten. Wer seine Kosten kennt und den Break-even realistisch plant, kann mit einem kleinen Café eine solide Selbstständigkeit aufbauen.

Ein eigenes Café in Österreich zu eröffnen ist machbar — wenn du die Voraussetzungen kennst, die Kosten realistisch kalkulierst und die behördlichen Schritte rechtzeitig einleitest. Von der Gastgewerbeberechtigung über den Businessplan bis zur Betriebsanlagengenehmigung gibt es viel zu klären, aber jeder Punkt lässt sich mit der richtigen Vorbereitung abarbeiten.
Entscheidend ist, dass du dein Konzept klar definierst, den Standort sorgfältig wählst und einen finanziellen Puffer für die Anlaufphase einplanst. Wer diese Grundlagen ernst nimmt und sich professionelle Unterstützung holt (Steuerberater, WKO-Gründerberatung, Förderinstitute), startet mit deutlich besseren Chancen.
Am Ende zählt die Umsetzung: guter Kaffee, ein stimmiges Erlebnis und die Bereitschaft, die ersten Monate mit vollem Einsatz durchzuziehen.
lg Christian und das Team von shoperate
Alle Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Garantie kann dafür aber nicht abgegeben werden. Insbesondere stellt dieser Artikel keine Rechts- oder Steuerberatung dar.
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