Restaurant eröffnen in Österreich

Voraussetzungen, Kosten, Genehmigungen und Checkliste für deine Restaurantgründung

Letztes Update:
31.3.2026

Restaurant eröffnen

Christian

Christian

Gründer von shoperate

Die smarte Registrierkasse

Du willst ein Restaurant eröffnen in Österreich — aber was brauchst du wirklich? Von der Gastgewerbeberechtigung über Konzept und Standort bis zu Kosten, Finanzierung und Eröffnung: Dieser Leitfaden zeigt dir den gesamten Weg Schritt für Schritt, mit Checkliste und konkreten Zahlen für 2026.

Restaurant eröffnen in Österreich

Restaurant eröffnen in Österreich: Das brauchst du wirklich

Um in Österreich ein Restaurant zu eröffnen, brauchst du in der Regel eine Gastgewerbeberechtigung, einen tragfähigen Businessplan, einen geeigneten Standort und ausreichend Startkapital für Umbau, Ausstattung und Anlaufphase. Dazu kommen eine Betriebsanlagengenehmigung, ein HACCP-Konzept und die richtige Personalplanung.

Dieser Leitfaden führt dich durch den gesamten Gründungsprozess — von den rechtlichen Voraussetzungen und Genehmigungen über Konzept, Kosten und Finanzierung bis zur konkreten Eröffnung. Alle Angaben beziehen sich auf den österreichischen Rechtsstand 2026 und richten sich an Gründerinnen und Gründer, die ein eigenes Restaurant in Österreich planen.

👉 Tipp: Lies den Artikel in der Reihenfolge, in der die Schritte in der Praxis anfallen. Am Ende findest du eine kompakte Checkliste, die den gesamten Prozess zusammenfasst.

Voraussetzungen und Genehmigungen: Welche rechtlichen Grundlagen du erfüllen musst

Für ein klassisches Restaurant in Österreich reicht eine bloße Gewerbeanmeldung in der Regel nicht aus. Du brauchst grundsätzlich eine Gastgewerbeberechtigung — und je nach Standort zusätzlich eine Betriebsanlagengenehmigung. Beides sind getrennte Verfahren mit unterschiedlichen Zuständigkeiten.

Persönliche und fachliche Voraussetzungen

Um ein Gastgewerbe in Österreich anmelden zu können, musst du bestimmte persönliche Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen:

  • Eigenberechtigung (Vollendung des 18. Lebensjahres)
  • Österreichische Staatsbürgerschaft, Staatsbürgerschaft eines EU- oder EWR-Landes oder ein gleichgestellter Aufenthaltstitel
  • Keine relevanten Ausschlussgründe (z. B. bestimmte gerichtliche Verurteilungen oder Finanzstrafdelikte)

Diese Voraussetzungen gelten nicht nur für dich als Betreiberin oder Betreiber, sondern auch für allfällige Gesellschafter mit maßgeblichem Einfluss auf den Geschäftsbetrieb.

⚠️ Achtung: Auch wenn du alle persönlichen Voraussetzungen erfüllst, benötigst du zusätzlich einen fachlichen Nachweis — den sogenannten Befähigungsnachweis. Ohne ihn wird die Gewerbeanmeldung in der Regel nicht bewilligt.

Befähigungsnachweis, individuelle Befähigung und gewerberechtlicher Geschäftsführer

Die Gastronomie zählt in Österreich zu den reglementierten Gewerben. Das bedeutet: Du darfst ein Restaurant nur betreiben, wenn du eine bestimmte fachliche Qualifikation nachweisen kannst.

Der klassische Weg zum Befähigungsnachweis im Gastgewerbe umfasst:

  • Eine Gastgewerbe-Befähigungsprüfung bei der Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammer, oder
  • eine einschlägige Ausbildung (z. B. Lehrabschluss als Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau oder Hotel- und Gastgewerbeassistent/in) plus Praxiszeit, oder
  • ein relevantes Studium (z. B. Tourismus, Betriebswirtschaft) in Kombination mit nachgewiesener Berufserfahrung

Die genauen Kombinationen aus Ausbildung und Praxis sind in der Gastgewerbe-Verordnung geregelt.

Kann man ein Restaurant ohne Ausbildung eröffnen? Ja — aber nicht ohne Weiteres. Wer keinen eigenen Befähigungsnachweis hat, kann entweder eine individuelle Befähigung bei der Gewerbebehörde beantragen oder einen gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen. Der gewerberechtliche Geschäftsführer muss selbst die Befähigung besitzen, mindestens zur Hälfte der Betriebszeiten im Lokal anwesend sein und sozialversicherungsrechtlich gemeldet sein.

💡 Merke: Ein gewerberechtlicher Geschäftsführer ist eine praktikable Lösung, verursacht aber laufende Personalkosten. In der Praxis ist er für viele Quereinsteiger trotzdem der schnellste Weg zur Eröffnung.

Gewerbeanmeldung, Gastgewerbeberechtigung und Betriebsanlagengenehmigung

Die Gewerbeanmeldung erfolgt bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat). Du benötigst dafür unter anderem:

  • Persönliche Ausweisdokumente
  • Nachweis der Staatsbürgerschaft bzw. des Aufenthaltstitels
  • Befähigungsnachweis oder Bestellung eines gewerberechtlichen Geschäftsführers
  • Strafregisterbescheinigung
  • Erklärung über allfällige Insolvenzverfahren
  • Angabe des Standorts und der Gewerbeart

Zusätzlich brauchst du in den meisten Fällen eine Betriebsanlagengenehmigung nach der Gewerbeordnung. Diese ist nötig, sobald dein Lokal geeignet ist, Nachbarn, Kunden oder Mitarbeitende durch Lärm, Geruch oder andere Emissionen zu beeinträchtigen — was bei Restaurants praktisch immer zutrifft.

Genehmigung Zuständig Wann nötig Typische Dauer
Gastgewerbeberechtigung Bezirksverwaltungsbehörde Immer bei reglementiertem Gastgewerbe ca. 2–6 Wochen
Betriebsanlagengenehmigung Bezirksverwaltungsbehörde Sobald Emissionen möglich (Lärm, Geruch etc.) ca. 4–12 Wochen
Baubewilligung / Nutzungsänderung Gemeinde / Magistrat Bei Umbau oder Nutzungsänderung des Lokals variiert stark

⚠️ Achtung: Plane die Betriebsanlagengenehmigung zeitlich großzügig ein. Sie kann mehrere Monate dauern — besonders wenn Anrainer Einwände erheben oder bauliche Auflagen erfüllt werden müssen.

Konzept, Zielgruppe und Standort: Ohne klares Modell wird die Eröffnung teuer

Ein Restaurant scheitert in der Praxis selten an der Idee allein, sondern oft an einem unscharfen Konzept oder einem falschen Standort. Zielgruppe, Lage, Angebot und Positionierung gehören deshalb von Anfang an zusammen.

Restaurantkonzept und Zielgruppe festlegen

Bevor du Räumlichkeiten suchst oder Kosten kalkulierst, solltest du dein Konzept klar formulieren. Ein Restaurantkonzept beantwortet mindestens diese Fragen:

  • Welche Küche bietest du an? (z. B. italienisch, regional-österreichisch, asiatisch, vegetarisch)
  • Wer ist deine Zielgruppe? (z. B. Familien, Berufstätige in der Mittagspause, Feinschmecker, Touristen)
  • In welcher Preisklasse positionierst du dich?
  • Was unterscheidet dich von bestehenden Angeboten in der Umgebung?

Je klarer dein Konzept, desto einfacher werden alle folgenden Entscheidungen — vom Standort über die Einrichtung bis zur Speisekarte.

Den richtigen Standort in Österreich wählen

Der Standort entscheidet in der Gastronomie oft über Erfolg oder Misserfolg. Prüfe vor der Zusage mindestens diese Punkte:

  • Laufkundschaft und Erreichbarkeit: Gibt es Fußgängerfrequenz, Parkmöglichkeiten, öffentliche Anbindung?
  • Zielgruppe vor Ort: Passt die Umgebung zu deinem Konzept? Ein Fine-Dining-Lokal funktioniert in einer Wohnsiedlung anders als in einer Innenstadtlage.
  • Wettbewerb: Wie viele Gastronomiebetriebe gibt es im näheren Umkreis — und was bieten sie an?
  • Mietkonditionen: Wie hoch ist die Miete im Verhältnis zu deinem geplanten Umsatz?
  • Zustand der Räumlichkeiten: Gibt es eine bestehende Gastro-Infrastruktur (Küche, Lüftung, Sanitär) oder muss alles neu gebaut werden?

👉 Tipp: Besuche potenzielle Standorte zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen. So bekommst du ein realistisches Bild von der tatsächlichen Frequenz.

Speisekonzept und Positionierung zusammen denken

Die Speisekarte ist nicht nur ein Menü — sie ist Ausdruck deiner Positionierung. Eine zu große Karte verursacht hohen Wareneinsatz, komplexe Lagerhaltung und lange Zubereitungszeiten. Eine fokussierte Karte hingegen erleichtert Einkauf, Kalkulation und Qualitätskontrolle.

In der Praxis bewährt sich eine kompakte Karte mit 15–25 Gerichten, die du saisonal anpassen kannst. Achte darauf, dass Preisniveau und Angebot zu deiner Zielgruppe passen — und dass du die Kalkulation je Gericht durchrechnest, bevor du Preise festlegst.

Businessplan, Kosten und Finanzierung: So rechnest du dein Restaurant realistisch

Wer ein Restaurant eröffnet, braucht nicht nur Startkapital für Umbau, Ausstattung und Waren, sondern auch ausreichend Liquidität für die ersten Monate. Ein solider Businessplan ist dafür die Grundlage — und in den meisten Fällen auch Voraussetzung für eine Finanzierung.

Welche Kosten bei der Restauranteröffnung entstehen

Die Gesamtkosten für eine Restauranteröffnung in Österreich variieren stark — je nach Standort, Zustand der Räumlichkeiten, Konzept und Größe. Eine grobe Orientierung:

Kostenblock Kleines Lokal (30–50 Plätze) Mittelgroßes Restaurant (50–100 Plätze)
Umbau und Renovierung 20.000–80.000 € 50.000–200.000 €
Küchenausstattung 15.000–40.000 € 40.000–120.000 €
Gastraumeinrichtung 10.000–30.000 € 25.000–80.000 €
Erstausstattung Waren 3.000–8.000 € 8.000–20.000 €
Genehmigungen, Beratung, Gründung 2.000–5.000 € 5.000–15.000 €
Marketing und Eröffnung 1.000–5.000 € 5.000–15.000 €
Liquiditätsreserve (3–6 Monate) 15.000–40.000 € 30.000–80.000 €
Gesamt (Richtwert) ca. 70.000–200.000 € ca. 170.000–530.000 €

⚠️ Achtung: Die Liquiditätsreserve wird häufig unterschätzt. In den ersten Monaten nach der Eröffnung laufen Miete, Personal und Wareneinsatz bereits in voller Höhe — auch wenn der Umsatz noch nicht auf Planniveau ist.

Zu den laufenden Fixkosten zählen in der Regel: Miete, Personalkosten, Wareneinsatz, Energiekosten, Versicherungen, Steuerberater, Abgaben und Kassensystem-Gebühren.

Businessplan und Kapitalbedarf

Der Businessplan ist dein zentrales Planungsdokument. Er beschreibt, wie dein Restaurant funktionieren soll und ob es wirtschaftlich tragfähig ist. Ein vollständiger Businessplan enthält in der Regel:

  • Geschäftsidee und Konzept (Zusammenfassung)
  • Markt- und Wettbewerbsanalyse
  • Zielgruppe und Positionierung
  • Rechtsform und Organisation
  • Investitionsplan (einmalige Kosten)
  • Finanzplan (Umsatzprognose, Kostenplanung, Liquiditätsplanung auf 12–36 Monate)
  • Break-even-Analyse (Ab wann deckt der Umsatz die Kosten?)

Für die Finanzierung durch eine Bank oder Förderinstitution ist der Businessplan in der Praxis Pflicht. Aber auch ohne Fremdkapital hilft er dir, Schwachstellen im Konzept frühzeitig zu erkennen.

💡 Merke: Ein häufiger Fehler ist, die Umsatzprognose zu optimistisch anzusetzen. Rechne lieber mit einem konservativen Szenario und plane Puffer ein.

Rechtsform wählen: Einzelunternehmen oder GmbH?

Die Rechtsform deines Restaurants beeinflusst Haftung, Steuerlast und Verwaltungsaufwand. In Österreich sind die häufigsten Rechtsformen für kleine Gastronomiebetriebe:

Rechtsform Haftung Gründungskosten Geeignet für
Einzelunternehmen Unbeschränkt mit Privatvermögen Gering (keine Mindesteinlage) Solo-Gründer mit überschaubarem Risiko
GmbH Beschränkt auf Stammkapital Höher (min. 10.000 € Stammkapital, davon 5.000 € bei Gründung) Gründer mit Investoren oder höherem Risiko
OG / KG OG: alle unbeschränkt; KG: Kommanditist beschränkt Gering bis mittel Teams mit klar definierten Rollen

Das Einzelunternehmen ist einfacher und günstiger zu gründen, birgt aber eine persönliche Haftung mit dem gesamten Privatvermögen. Die GmbH schützt das Privatvermögen, erfordert jedoch ein Stammkapital und höheren laufenden Verwaltungsaufwand (Bilanzierungspflicht, Notariatsakt bei Gründung).

💡 Merke: Lass dich bei der Rechtsformwahl frühzeitig von einem Steuerberater beraten. Die Entscheidung hat langfristige Auswirkungen auf Steuer, Haftung und Sozialversicherung — und lässt sich nachträglich nur mit Aufwand ändern.

Finanzierung, Förderungen und Restaurant ohne Eigenkapital

Die gängigsten Finanzierungsquellen für eine Restaurantgründung in Österreich sind:

  • Eigenkapital — je mehr, desto besser für Kreditverhandlungen und Liquidität
  • Bankkredit — typischerweise mit Businessplan, Sicherheiten und Eigenkapitalanteil
  • Förderungen — z. B. über die Austria Wirtschaftsservice (aws), das AMS (Unternehmensgründungsprogramm) oder landesspezifische Förderprogramme
  • Private Investoren oder Beteiligungen

Restaurant ohne Eigenkapital eröffnen: realistisch, aber nur in Ausnahmefällen. Banken erwarten in der Regel einen Eigenkapitalanteil von 20–30 % der Gesamtinvestition. Ohne Eigenmittel wird die Finanzierung deutlich schwieriger — aber nicht unmöglich.

In der Praxis gibt es drei Wege, die funktionieren können:

  • Förderung + Kredit kombinieren: Einige aws-Programme und Landesförderungen decken einen Teil des Eigenkapitalbedarfs ab oder bieten Haftungsübernahmen, die das Bankrisiko senken.
  • Investor oder stiller Gesellschafter: Ein privater Investor bringt Kapital ein und beteiligt sich am Risiko. Im Gegenzug erhält er Anteile oder eine Gewinnbeteiligung.
  • Bestehende Gastro-Infrastruktur übernehmen: Wer ein bereits eingerichtetes Lokal übernimmt, spart einen Großteil der Umbau- und Ausstattungskosten. Das senkt den Kapitalbedarf erheblich.

⚠️ Achtung: Ohne Eigenkapital steigen die laufenden Finanzierungskosten deutlich. Plane eine Liquiditätsreserve von mindestens 3–6 Monatskosten ein — gerade in der Anlaufphase ist das überlebenswichtig.

👉 Tipp: Prüfe die Förderdatenbank der aws (Austria Wirtschaftsservice) und die Gründerberatung der Wirtschaftskammer. Beide bieten kostenlose Erstberatung und können dir helfen, passende Förderungen zu identifizieren.

Betrieb vorbereiten: Ausstattung, Hygiene, Personal und Prozesse vor dem Opening

Vor der Eröffnung müssen nicht nur Küche und Gastraum stehen — auch Hygiene, Dokumentation und betriebliche Abläufe müssen belastbar organisiert sein. Viele Gründungen verzögern sich in dieser Phase, weil operative Details unterschätzt werden.

Küche, Gastraum und Speisekarte sinnvoll planen

Die Küchenausstattung richtet sich nach deinem Speisekonzept. Grundsätzlich brauchst du für ein Restaurant mindestens: Herd, Backofen, Fritteuse (je nach Karte), Kühlschränke und -zellen, Arbeitsflächen aus Edelstahl, Spülmaschine, Dunstabzug und ausreichend Lagerfläche.

Der Gastraum sollte zur Positionierung passen. Achte auf ausreichende Bestuhlung, funktionale Laufwege für das Servicepersonal, gute Beleuchtung und eine angenehme Akustik. In Österreich gelten zudem Mindestanforderungen an Sanitäreinrichtungen für Gäste und Personal.

Die Speisekarte muss in Österreich bestimmte Pflichtangaben enthalten — insbesondere die 14 Hauptallergene gemäß der EU-Allergeninformationsverordnung. Zusätzlich empfiehlt sich die Angabe von Herkunftsinformationen bei Fleisch und die Kennzeichnung vegetarischer und veganer Gerichte.

Nicht zuletzt brauchst du ein funktionierendes Kassensystem. Seit der Registrierkassenpflicht in Österreich ist ein manipulationssicheres, RKSV-konformes Kassensystem für Gastronomiebetriebe verpflichtend. Moderne Kassenlösungen helfen dir darüber hinaus bei der Tischverwaltung, Umsatzauswertung und Warenwirtschaft.

HACCP, Hygiene und Dokumentation vor der Eröffnung

Jeder Gastronomiebetrieb in Österreich ist verpflichtet, ein HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) umzusetzen. Das Ziel: Gesundheitsgefahren durch Lebensmittel systematisch erkennen und beherrschen.

In der Praxis bedeutet das:

  • Gefahrenanalyse für alle Lebensmittelprozesse (Einkauf, Lagerung, Zubereitung, Ausgabe)
  • Kritische Kontrollpunkte definieren (z. B. Kerntemperatur beim Garen, Kühlkettenüberwachung)
  • Grenzwerte festlegen und dokumentieren
  • Korrekturmaßnahmen für Abweichungen festhalten
  • Regelmäßige Schulungen für alle Mitarbeitenden

Die Lebensmittelbehörde kann die HACCP-Dokumentation jederzeit kontrollieren. Verstöße können zu Beanstandungen, Strafen oder im Extremfall zur Betriebsschließung führen.

💡 Merke: Du musst kein Buch schreiben — ein schlankes, aber vollständiges HACCP-Konzept reicht aus. Viele Wirtschaftskammern und Branchenverbände bieten Vorlagen und Schulungen an. Einen ausführlichen Leitfaden findest du in unserem Artikel zum HACCP-Konzept in der Gastronomie.

Personal finden, schulen und Abläufe festlegen

Mitarbeitende sind in der Gastronomie einer der größten Erfolgsfaktoren — und gleichzeitig eine der größten Herausforderungen. Der Fachkräftemangel in der österreichischen Gastronomie ist seit Jahren spürbar.

Folgende Schritte helfen dir, den Personalaufbau strukturiert anzugehen:

  • Personalbedarf berechnen: Wie viele Mitarbeitende brauchst du für Küche, Service und ggf. Bar — aufgeteilt auf Schichten und Wochentage?
  • Frühzeitig suchen: Nutze Gastro-Jobbörsen, AMS, Social Media und persönliche Netzwerke. Rechne mit mehreren Wochen Vorlauf.
  • Arbeitsverträge und Kollektivvertrag: In der Gastronomie gilt in Österreich der Kollektivvertrag für das Hotel- und Gastgewerbe. Informiere dich über Mindestlöhne, Zuschläge, Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche.
  • Einschulung planen: Definiere Abläufe für Service, Küche, Kassa und Hygiene — und schulte dein Team vor der Eröffnung.

⚠️ Achtung: Auch für geringfügig Beschäftigte und Aushilfen gelten arbeitsrechtliche Pflichten. Melde alle Mitarbeitenden vor dem ersten Arbeitstag bei der Sozialversicherung an.

Restaurant eröffnen Schritt für Schritt: Die praktische Checkliste

Die folgende Checkliste fasst den gesamten Gründungsprozess zusammen — von der Idee bis zur Eröffnung. Die Reihenfolge entspricht dem typischen Ablauf in der Praxis.

  1. Restaurantkonzept entwickeln — Küche, Zielgruppe, Positionierung, Preisklasse definieren
  2. Standort suchen und prüfen — Lage, Frequenz, Mietkonditionen, baulicher Zustand
  3. Businessplan erstellen — Investitionsplan, Finanzplan, Umsatzprognose, Break-even
  4. Finanzierung sichern — Eigenkapital, Bankgespräch, Förderungen, ggf. Investoren
  5. Rechtsform wählen und Unternehmen gründen — Einzelunternehmen, GmbH oder andere Form
  6. Befähigungsnachweis klären — eigene Prüfung, individuelle Befähigung oder gewerberechtlicher Geschäftsführer
  7. Gastgewerbeberechtigung beantragen — Gewerbeanmeldung bei der Bezirksverwaltungsbehörde
  8. Betriebsanlagengenehmigung einholen — frühzeitig einplanen, kann mehrere Monate dauern
  9. Räumlichkeiten ausbauen und einrichten — Küche, Gastraum, Sanitär, Lager
  10. HACCP-Konzept umsetzen — Gefahrenanalyse, Dokumentation, Schulungen
  11. Personal einstellen und einschulen — Arbeitsverträge, Anmeldung, Dienstpläne, Abläufe
  12. Kassensystem einrichten — RKSV-konform, Tischverwaltung, Auswertung
  13. Speisekarte finalisieren — Kalkulation, Allergenkennzeichnung, Druck/Digital
  14. Marketing und Online-Präsenz aufbauen — Website, Google-Profil, Social Media, Reservierungstool
  15. Soft Opening durchführen — Testbetrieb mit kleinem Publikum, Abläufe optimieren
  16. Offizielle Eröffnung — Grand Opening mit Einladungen, Pressearbeit, Sonderaktionen

👉 Tipp: Plane vom Mietbeginn bis zur Eröffnung mindestens 3–6 Monate ein. Je nach Umfang des Umbaus und der behördlichen Verfahren kann es auch länger dauern.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Restaurant in Österreich zu eröffnen?

Die Kosten hängen stark von Standort, Größe und Zustand der Räumlichkeiten ab. Für ein kleines Lokal mit 30–50 Sitzplätzen solltest du mit 70.000 bis 200.000 Euro rechnen — inklusive Umbau, Ausstattung, Erstausstattung Waren und Liquiditätsreserve. Ein mittelgroßes Restaurant mit 50–100 Plätzen kann schnell 170.000 bis über 500.000 Euro kosten. Der größte Kostenblock ist in der Regel der Umbau, gefolgt von der Küchenausstattung.

Welche Förderungen gibt es für Restaurantgründer in Österreich?

In Österreich gibt es mehrere Fördermöglichkeiten für Gastro-Gründungen. Die Austria Wirtschaftsservice (aws) bietet Zuschüsse, Garantien und zinsgünstige Darlehen für Jungunternehmer. Das AMS-Unternehmensgründungsprogrammunterstützt Gründerinnen und Gründer aus der Arbeitslosigkeit mit Beratung und Beihilfen. Zusätzlich gibt es landesspezifische Förderungen — etwa in Wien über die Wirtschaftsagentur Wien oder in Oberösterreich über die OÖ Wirtschaftsförderung. Die Wirtschaftskammer berät dich kostenlos, welche Programme für dein Vorhaben in Frage kommen.

Kann man ein Restaurant ohne Ausbildung eröffnen?

Ja, das ist möglich. Der Befähigungsnachweis kann auf verschiedenen Wegen erbracht werden — nicht nur über eine klassische Gastgewerbe-Lehre. Alternativen sind die Befähigungsprüfung, die Anerkennung verwandter Ausbildungen mit Praxiszeit oder die individuelle Befähigung durch die Gewerbebehörde. Eine weitere Option ist die Bestellung eines gewerberechtlichen Geschäftsführers, der selbst über die nötige Befähigung verfügt.

Wie viel Startkapital braucht man für ein Restaurant?

Das hängt vom Konzept ab. Für ein kleines, einfaches Lokal mit bestehender Gastro-Infrastruktur kann ein Startkapital ab 50.000–80.000 Euro ausreichen. Für ein komplett neues Restaurant mit Umbau und gehobener Ausstattung können es 200.000 Euro und mehr werden. Banken erwarten in der Regel einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20–30 %. Der Rest kann über Kredit und Förderungen finanziert werden.

Welche Genehmigungen braucht man für ein Restaurant in Österreich?

Die wichtigsten Genehmigungen sind die Gastgewerbeberechtigung (Gewerbeanmeldung bei der Bezirksverwaltungsbehörde) und die Betriebsanlagengenehmigung. Je nach Standort und Umbau kann zusätzlich eine Baubewilligung oder Nutzungsänderung nötig sein. Für den Ausschank alkoholischer Getränke brauchst du keine gesonderte Lizenz — das ist in der Gastgewerbeberechtigung bereits enthalten.

Wie lange dauert es, ein Restaurant zu eröffnen?

Vom ersten Konzeptentwurf bis zur Eröffnung vergehen in der Praxis 6 bis 12 Monate — manchmal länger. Die Standortsuche, behördliche Genehmigungen und der Umbau sind die größten Zeitfresser. Allein die Betriebsanlagengenehmigung kann 4–12 Wochen dauern. Plane deshalb großzügig und beginne mit behördlichen Schritten so früh wie möglich.

Lohnt es sich, ein Restaurant zu eröffnen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Gastronomie ist eine Branche mit engen Margen — typischerweise liegen Nettomargen bei 3–10 %. Gleichzeitig bietet ein eigenes Restaurant große gestalterische Freiheit und kann bei guter Planung, klarem Konzept und konsequenter Kostensteuerung profitabel sein. Entscheidend sind Standort, Zielgruppe, Wareneinsatz und Personalkosten. Ein realistischer Businessplan zeigt dir vor der Eröffnung, ob sich dein Vorhaben rechnet.

Christian
Christian
Gründer von shoperate

Ein eigenes Restaurant zu eröffnen ist ein großes Vorhaben — aber mit der richtigen Vorbereitung kein unüberwindbares. Der wichtigste Schritt ist, die Reihenfolge einzuhalten: Erst Konzept und Businessplan, dann Genehmigungen und Finanzierung, dann Ausbau und Betriebsvorbereitung. Wer diese Phasen sauber durchläuft, vermeidet die typischen Stolpersteine.

Besonders wichtig ist in Österreich die Gastgewerbeberechtigung — sie ist der rechtliche Kern deiner Gründung. Wer keine einschlägige Ausbildung hat, findet mit der individuellen Befähigung oder einem gewerberechtlichen Geschäftsführer gangbare Alternativen. Und auch die Kosten lassen sich mit einem realistischen Finanzplan und den richtigen Förderungen in den Griff bekommen.

Am Ende entscheidet nicht nur die Planung, sondern die konsequente Umsetzung im Tagesgeschäft. Ein klares Konzept, realistische Zahlen und ein motiviertes Team sind die beste Grundlage für ein erfolgreiches Restaurant.

lg Christian und das Team von shoperate

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Alle Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Garantie kann dafür aber nicht abgegeben werden. Insbesondere stellt dieser Artikel keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

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