Ein eigenes Kosmetikstudio in Österreich zu eröffnen ist machbar — wenn du Befähigung, Kosten, Hygiene und Behördengänge in der richtigen Reihenfolge angehst. Dieser Leitfaden führt dich Schritt für Schritt vom ersten Konzept bis zum Eröffnungstag.

Ein eigenes Kosmetikstudio aufzumachen heißt mehr, als einen Raum einzurichten. Du brauchst ein klares Konzept, eine realistische Kostenplanung, einen Befähigungsnachweis für das reglementierte Gewerbe Kosmetik (Schönheitspflege), eine Gewerbeanmeldung, saubere Hygieneprozesse und einen Plan, wie deine ersten Kund:innen kommen. Je nach Angebot kommen weitere Genehmigungen oder Schulungsnachweise dazu.
In dieser Reihenfolge gehst du am besten vor:
Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Ohne Konzept keine belastbare Kostenplanung. Ohne Kostenplanung kein Businessplan. Ohne Businessplan keine Finanzierung. Plane realistisch drei bis sechs Monate Vorlauf zwischen Idee und Eröffnungstag — je nach Behördenlauf, Renovierung und Schulungen kann es länger dauern.
Kosmetik (Schönheitspflege) ist in Österreich ein reglementiertes Gewerbe (§ 94 Z 42 GewO 1994). Wer ein Studio eröffnen will, muss in der Regel einen Befähigungsnachweis erbringen. Was du anbietest, entscheidet, welche Schulungen und Nachweise du wirklich brauchst.
Die Befähigungsprüfung Kosmetik ist der klassische Weg. Sie wird unter anderem vom WIFI Österreich angeboten und gliedert sich in einen praktischen, fachlich-theoretischen und kaufmännisch-rechtlichen Teil. Mit bestandener Prüfung kannst du das Gewerbe Kosmetik anmelden und ein eigenes Studio führen. Wer eine einschlägige Lehrabschlussprüfung, eine Fachschule oder mehrjährige facheinschlägige Praxis vorweisen kann, hat oft Erleichterungen oder muss nur Teile ablegen.
Du arbeitest direkt am Menschen, oft an empfindlicher Haut. Sorgfalt, Beratungskompetenz, Hygiene-Disziplin und ein verlässlicher Umgang mit Kund:innen sind die Basis. Der Beruf lebt von Vertrauen und Wiederholung — wer schnell genervt ist, sollte sich überlegen, ob die Tätigkeit zur Persönlichkeit passt.
Dazu kommen kaufmännische Grundlagen: Preise kalkulieren, Belege ablegen, Termine planen, mit Kasse, SVS und Steuer klar kommen. Ein WKO-Gründerservice-Termin oder ein Online-Kurs zum Thema Selbstständigkeit deckt die Grundlagen ab — und ist oft kostenlos.
💡 Hinweis: Lass deine Unterlagen vor der Gewerbeanmeldung beim Gründerservice deiner Landes-WKO prüfen. So vermeidest du Rückfragen und Verzögerungen bei der Behörde.
Ohne Befähigungsprüfung ist der Start in Österreich nicht ohne weiteres möglich, aber im Einzelfall gibt es Wege. Drei Optionen werden in der Praxis geprüft:
Das ist keine Abkürzung, sondern bedeutet mehr Aufwand bei der Anmeldung und meist eine eingeschränkte Leistungspalette. Vertrauen baust du außerdem nur mit nachweisbarer Qualifikation auf — Schulungen und Praxisnachweise sind nicht nur ein rechtliches, sondern auch ein wirtschaftliches Thema.
⚠️ Achtung: Wer ein reglementiertes Gewerbe ohne Befähigung oder gewerberechtliche Geschäftsführung ausübt, riskiert Verwaltungsstrafen und Probleme mit Versicherungen. Lass deinen Weg vor der Anmeldung beim Gründerservice deiner Landes-WKO prüfen.
Drei klare Schwerpunkte funktionieren besser als zwölf halbe. Wer „Apparative Anti-Aging-Kosmetik" oder „Brow & Lash Specialist" sagt, ist online und im Gespräch sofort einsortierbar. Bauchladen-Studios konkurrieren dagegen mit jedem.
Bewährte Nischen mit überdurchschnittlichen Margen:
Drei Fragen helfen dir, deine Nische zu finden: Welche Behandlung machst du am liebsten und am besten? Wofür zahlen Kund:innen in deiner Region heute schon Premium-Preise? Welche Lücke siehst du bei deiner direkten Konkurrenz im Umkreis von zwei Kilometern?
👉 Tipp: Definiere zwei bis drei Kernleistungen, an denen du gemessen werden willst. Alles andere ist Zusatz, kein Hauptgeschäft.
Die Befähigung Kosmetik deckt klassische Behandlungen ab: Reinigung, Hautanalyse, Pflegebehandlungen, Maniküre, Pediküre, Make-up, Enthaarung mit Wachs/Harz, Wimpern- und Brauenfärben, dekorative Kosmetik. Bestimmte Tätigkeiten brauchen darüber hinaus eigene Berechtigungen oder zusätzliche Schulungen.
Permanent Make-up und Microblading bringen Pigmente in die Haut ein. Sie unterliegen den verschärften Anforderungen der Ausübungsregeln: abgetrennter Eingriffsraum, Sterilisation, je nach Tätigkeit erforderliche Nachweise durch eine akkreditierte Stelle, Hepatitis-B-Impfung der durchführenden Person, Sterilisationsdokumentation über zehn Jahre. Wer das ernsthaft anbieten will, plant ein eigenes Setup.
Wimpernverlängerung ist nicht invasiv im engeren Sinn, fällt aber unter Tätigkeiten mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf: geprüfte Klebstoffe, sichere Pinzetten, Anamnese vor jeder Behandlung (Allergien, Augenerkrankungen) und schriftliche Aufklärung. Eine fundierte Schulung ist in der Praxis dringend zu empfehlen und kann je nach Tätigkeit für die Versicherbarkeit relevant sein.
Laser- und IPL-Behandlungen sind in Österreich kein Sub-Thema der klassischen Kosmetik. Es gibt eine eigene Gewerbeberechtigung („Haarentfernung mittels Laser oder IPL"), die je nach Geräteklasse und Tätigkeit definiert ist. Wer hier ohne klare Berechtigung arbeitet, riskiert Verwaltungsstrafen und Versicherungsausschlüsse.
Heilbehandlungen, Diagnosen oder das Entfernen von Muttermalen und auffälligen Hautveränderungen gehören nicht ins Kosmetikstudio — diese Tätigkeiten sind Ärzt:innen oder entsprechend befugten Gesundheitsberufen vorbehalten. Auch das Behandeln offener Wunden, das Spritzen von Hyaluron oder Botox sind tabu.
⚠️ Achtung: Welche Spezialtätigkeit du tatsächlich anbieten darfst, hängt von deiner konkreten Gewerbeberechtigung ab. Lass das vor jeder Investition in Geräte oder Schulungen rechtlich abklären.
Dein Studiotyp entscheidet über fast alles, was danach kommt — Kosten, Genehmigungen, Sichtbarkeit und Tagesablauf. Lege dich vor der Kostenplanung fest.
Ein Ladenstudio in einer belebten Lage bringt Sichtbarkeit, Laufkundschaft und ein professionelles Auftreten. Du brauchst aber ein vollständiges Hygienesetup, einen Wartebereich und meist eine Schaufensterlösung. Plane Mietkaution, Maklerprovision und Renovierung im Kostenrahmen ein. Der Mietvertrag sollte gewerbliche Nutzung explizit erlauben.
Ein Studio in den eigenen vier Wänden senkt die Fixkosten massiv. Wichtig sind ein klar abgetrennter Behandlungsraum, eigene Wasch- und Desinfektionszone, ein professioneller Empfang und die Klärung mietrechtlicher Fragen mit Hausverwaltung oder Eigentumspartei. Bei regelmäßigem Kundenverkehr kann zusätzlich eine bauliche Nutzungsänderung notwendig werden.
Mobile Kosmetik passt zu Zielgruppen, die ungern aus dem Haus gehen — etwa ältere Kund:innen, junge Eltern oder Hochzeitsservices. Du brauchst eine zuverlässige Terminlogistik, transportfähige Hygieneausstattung und ein klares Sortiment, weil nicht jede Behandlung mobil sinnvoll ist. Eine Preiskalkulation, die Anfahrtszeiten einrechnet, ist Pflicht.
Die Eröffnung kostet je nach Modell stark unterschiedlich: Ein Homestudio braucht vor allem Grundausstattung und Hygieneinfrastruktur, ein Ladenstudio zusätzlich Miete, Renovierung, Einrichtung und einen höheren Liquiditätspuffer. Plane einmalige Investitionen, laufende Monatskosten und einen Liquiditätspuffer für die ersten sechs Monate immer getrennt.
Miete und Nebenkosten, Verbrauchsmaterial (Cremes, Masken, Tücher), SVS-Beiträge, Versicherungen, Buchhaltung oder Steuerberatung, Software für Kasse und Termine, Telefon und Internet, gegebenenfalls Personal.
Diese werden in Plänen häufig vergessen:
👉 Tipp: Plane immer einen Liquiditätspuffer von mindestens sechs Monaten ein — in der Anlaufphase reichen die Einnahmen oft noch nicht, um alle Fixkosten zu decken.
Der Businessplan ist deine Gründungs-Blaupause. Er zeigt, ob dein Studio rechnerisch funktioniert, und wird von Banken und Fördergebern verlangt. Auch ohne Fremdkapital schützt er dich vor zu optimistischen Auslastungsannahmen in den ersten Monaten.
Plane Umsätze konservativ. Eine realistische Auslastung in den ersten sechs Monaten liegt häufig zwischen 30 und 50 Prozent — alles darüber ist Zugewinn, kein Plan.
Beispielrechnung für ein Solo-Studio mit 8 buchbaren Stunden pro Tag und 70 € Stundensatz:
Davon gehen Material, Miete, Versicherung, Software, Steuer und SVS ab — der bereinigte Gewinn liegt oft bei 30 bis 40 Prozent des Umsatzes.
Die meisten Studios starten mit einer Mischung aus Eigenkapital und externer Finanzierung:
💡 Hinweis: Banken und Förderstellen prüfen die Tragfähigkeit. Bring einen sauberen Plan, eine plausible Umsatzprognose und einen Lebenslauf mit Branchenbezug mit.
Die formalen Schritte sind überschaubar, aber sie greifen ineinander — eine vergessene Anmeldung kann später teuer werden.
Für die meisten kleineren Studios reicht das Einzelunternehmen. Wer plant, mehrere Standorte zu eröffnen oder Mitarbeitende zu beschäftigen, prüft nach zwei bis drei Jahren den Wechsel.
Du meldest das reglementierte Gewerbe „Kosmetik (Schönheitspflege)" bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Magistrat oder BH) an. Dafür brauchst du den Befähigungsnachweis, einen amtlichen Lichtbildausweis und ggf. einen Strafregisterauszug. Nach erfolgreicher Anmeldung wirst du automatisch in das Gewerbeinformationssystem (GISA) eingetragen und Mitglied der WKO.
Parallel meldet sich das Finanzamt mit einem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Du erhältst deine Steuernummer und entscheidest über die Nutzung der Kleinunternehmerregelung für die Umsatzsteuer. Liegt dein Jahresumsatz unter der aktuellen Schwelle, kannst du Rechnungen ohne USt ausstellen — kannst dann aber auch keine Vorsteuer aus Einkäufen geltend machen. Bei hohen Anfangsinvestitionen lohnt sich oft der Verzicht auf die Regelung.
Als Selbständige:r bist du SVS-pflichtversichert (Sozialversicherung der Selbständigen) — Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung sind Pflicht. Die Beiträge richten sich nach dem Einkommen.
Hygiene ist die rechtliche und betriebliche Basis jedes Studios. Maßgeblich sind die Ausübungsregeln für Fußpflege, Kosmetik und Massage durch Gewerbetreibende (BGBl. II Nr. 262/2008). Sie regeln Räume, Geräte, Personalhygiene, Reinigung, Desinfektion, Abfallentsorgung und Dokumentation.
Du und dein Team müssen vor und nach jeder Tätigkeit, nach jeder Toilettenbenützung und nach Schmutzarbeit Hände und Unterarme reinigen und desinfizieren. Mitarbeiter:innen, die eine Infektionsgefahr darstellen — etwa bei Magen-Darm-Erkrankungen, Hepatitis-Verdacht oder offenen Hautstellen an den Händen — dürfen nicht am Kunden arbeiten. Die Mitarbeiterunterweisung muss mindestens einmal jährlich dokumentiert vermittelt werden.
Ein schriftlicher Reinigungs- und Desinfektionsplan ist Pflicht. Darin legst du fest, was wann mit welchem Mittel desinfiziert wird, welche Konzentration und Einwirkzeit gilt und wer dafür verantwortlich ist. Die Einhaltung wird dokumentiert. Verwenden darfst du nur Desinfektionsmittel aus der Expertenliste der ÖGHMP oder des VAH.
⚠️ Achtung: Die zuständige Behörde kann Hygieneunterlagen im Rahmen von Kontrollen einsehen. Häufige Beanstandungen sind: fehlende Dokumentation der Desinfektion, abgelaufene Mittel, ungetrennte Wäsche und unzureichende Sterilisation. Wer Mängel ignoriert, riskiert Auflagen oder Schließung.
Bei mobilen Diensten (Hausbesuchen) gelten die Hygienevorgaben grundsätzlich weiter — mit klar definierten Ausnahmen bei den raumbezogenen Anforderungen. Ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel ist mobil immer Pflicht.
Deine Ausstattung muss zum Angebot passen — nicht umgekehrt. Eine teure Geräte-Sammlung ohne passende Nachfrage bindet Kapital, das du für Marketing und Liquidität dringender brauchst.
Bei großen Investitionen lohnt sich ein Blick auf den Gebrauchtmarkt. Behandlungsliegen, Rollwagen und einzelne Apparate verlieren in den ersten Jahren stark an Wert. Gebrauchte Apparate kaufst du nur mit Wartungsnachweis und Restgarantie. Verbrauchsmaterial und Hygieneausstattung gehören dagegen immer aus erster Hand.
In Österreich gilt die Registrierkassenpflicht (RKSV), sobald dein Jahresumsatz netto über 15.000 € liegt und deine Barumsätze netto über 7.500 € im Jahr betragen. Die Kasse muss eine Sicherheitseinrichtung gegen Manipulation haben. Außerdem gilt die Belegerteilungspflicht: Jede:r Kund:in muss einen Beleg erhalten — auch elektronisch.
Ein modernes Kassensystem kann mehr als nur Belege ausgeben. Sinnvolle Funktionen: Online-Termin-Buchung mit Kassenanbindung, Behandlungs- und Produktverkauf in einem Beleg, Gutschein-Verwaltung, Schnittstelle zur Buchhaltung, Kundenkartei mit DSGVO-konformer Speicherung. Cloud-basierte iPad-Kassen sind heute Standard.
Drei Versicherungen sind für jedes Studio relevant — eine vierte kommt dazu, sobald du Personal beschäftigst.
👉 Tipp: Lass dich vor Vertragsabschluss von einer unabhängigen Stelle (z. B. WKO-Beratung) prüfen, welche Höhe für dein Risikoprofil realistisch ist. Standard-Pakete sind oft entweder zu knapp oder unnötig teuer.
Ein neues Studio lebt davon, wie schnell die ersten Kund:innen kommen — und wiederkommen. Plane Marketing nicht als Schlussakt, sondern als Teil der Eröffnungsphase.
Eine tragfähige Preisliste deckt vier Bestandteile ab:
Dauerhafte Rabatte erziehen Kund:innen darauf, zu warten. Besser: ein klares Eröffnungsangebot, Pakete und Treuepunkte. Ein einfaches 10er-Karten-System bindet Stammkund:innen ohne margenkillende Aktionen.
⚡️ Tipp: Frag jede:n zufriedene:n Kund:in direkt nach dem Termin um eine Google-Bewertung — am besten, während der Eindruck noch frisch ist. Ein QR-Code an der Kasse senkt die Hürde drastisch.
Die Begriffe meinen weitgehend dasselbe Geschäft, klingen aber unterschiedlich.
👉 Tipp: Wähle den Begriff nach deiner Zielgruppe. Wichtiger als die Wahl selbst ist die Konsistenz — entscheide dich für einen Hauptbegriff und nutze ihn überall gleich (Website, Google-Eintrag, Beschilderung, Social Media).
Diese Routine bringt dich von der Idee bis zum ersten Behandlungstag. Sie ersetzt keinen Detailplan, hilft aber, keinen wichtigen Punkt zu übersehen. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf — Reihenfolge zählt.
✅ Befähigung prüfen — Befähigungsprüfung Kosmetik, individueller Nachweis oder gewerberechtliche Geschäftsführung klären
✅ Konzept und Positionierung schärfen — Zielgruppe, Spezialisierung, zwei bis drei Kernleistungen
✅ Tätigkeitsumfang festlegen — klassische Kosmetik, ggf. PMU oder Wimpernverlängerung; Laser/IPL nur mit eigener Berechtigung
✅ Studiotyp wählen — Ladenstudio, zu Hause oder mobil
✅ Kosten und Liquiditätspuffer für sechs Monate kalkulieren
✅ Businessplan schreiben und Finanzierung sichern (Eigenkapital, aws, AMS, Bank, Leasing)
✅ Rechtsform wählen und Gewerbe bei der Bezirksverwaltungsbehörde anmelden
✅ Hygieneplan, Reinigungs- und Desinfektionsplan, Schulungsdokumentation aufsetzen
✅ Studio einrichten und RKSV-konformes Kassensystem installieren
✅ Versicherungen abschließen und Marketing-Kampagne mit Eröffnungsaktion starten
Plane mindestens drei Monate Vorlauf, je nach Behördenlauf und Renovierung gerne sechs. Die Schritte greifen ineinander — Finanzierung ohne Businessplan, Hygieneplan ohne Räume oder Marketing ohne Buchungstool führt zu Reibungsverlusten am Eröffnungstag.
Eröffnen darf, wer einen Befähigungsnachweis für das reglementierte Gewerbe Kosmetik (Schönheitspflege) erbringt — etwa über die Befähigungsprüfung Kosmetik, einen individuellen Befähigungsnachweis oder eine eingeschränkte Gewerbeberechtigung. Alternativ ist eine gewerberechtliche Geschäftsführung mit qualifizierter Person möglich. Welcher Weg passt, hängt von deinen Vorqualifikationen und der konkreten Tätigkeit ab.
Du brauchst einen Befähigungsnachweis, ein klares Konzept, eine realistische Kostenplanung, einen Businessplan, die Gewerbeanmeldung bei der Bezirksverwaltungsbehörde, einen Hygieneplan nach den Ausübungsregeln, Versicherungen und einen Plan für die Kundengewinnung. Welche Auflagen genau gelten, hängt von deinen Leistungen ab.
Nicht ohne weiteres. Kosmetik ist in Österreich ein reglementiertes Gewerbe. Möglich sind im Einzelfall ein individueller Befähigungsnachweis, eine eingeschränkte Gewerbeberechtigung oder die Anstellung einer Person als gewerberechtliche Geschäftsführung. Lass deinen Weg vor der Anmeldung beim Gründerservice deiner Landes-WKO prüfen — ohne Befähigung oder gewerberechtliche Geschäftsführung riskierst du Verwaltungsstrafen.
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Ein einfaches Homestudio startet mit deutlich geringeren Investitionen als ein vollausgestattetes Studio in zentraler Lage. Plane einmalige Investitionen, monatliche Fixkosten und einen Liquiditätspuffer für mindestens sechs Monate getrennt. Vergiss versteckte Posten wie Mietkaution, Steuerberatung, WKO-Umlage und Software-Abos nicht.
Das hängt vom Modell ab. Ein Homestudio braucht vor allem Grundausstattung, Hygieneinfrastruktur und einen kleinen Liquiditätspuffer. Ein Ladenstudio braucht zusätzlich Kaution, Renovierung, vollständige Einrichtung und einen größeren Puffer für die Anlaufphase. Plane immer drei bis sechs Monate Fixkosten als Reserve ein — sonst fehlt dir Spielraum, wenn die Auslastung in den ersten Monaten unter 50 Prozent liegt.
Grundsätzlich ja, wenn ausreichend Platz vorhanden ist und ein klar abgetrennter Behandlungsraum eingerichtet werden kann. Du musst die Hygienevorgaben einhalten, mietrechtliche Fragen mit Hausverwaltung oder Eigentumspartei klären und einen professionellen Empfang bieten. Der gewerberechtliche Befähigungsnachweis bleibt unabhängig davon erforderlich.
Ein mobiles Studio kann sich lohnen, wenn du niedrige Fixkosten willst und deine Zielgruppe Hausbesuche schätzt. Du sparst Miete, brauchst aber klare Hygieneprozesse, transportfähige Ausstattung und eine Preiskalkulation, die Anfahrtszeiten berücksichtigt. Besonders sinnvoll ist das Modell in ländlichen Regionen, bei älteren Kund:innen oder als Startphase vor einem eigenen Studio.
Klassische Behandlungen wie Reinigung, Pflege, Maniküre, Pediküre, Wachsen, Wimpern- und Brauenfärben oder dekorative Kosmetik sind mit der Befähigung Kosmetik abgedeckt. Permanent Make-up und Microblading unterliegen verschärften Hygienevorgaben (eigener Eingriffsraum, Sterilisation, je nach Tätigkeit eventuell erforderliche Nachweise). Laser- und IPL-Haarentfernung ist ein eigenes Gewerbe. Heilbehandlungen, Diagnosen und das Entfernen von Muttermalen sind Ärzt:innen vorbehalten.
Für Soloselbstständige ist das Einzelunternehmen meist die einfachste Wahl — schnelle Anmeldung, einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, oft kombiniert mit der Kleinunternehmerregelung. Eine OG ist sinnvoll, wenn du mit Partner:innen gleichberechtigt startest. Eine GmbH lohnt sich, wenn du Haftung begrenzen willst, mehrere Personen einsteigen oder du planst, in mehrere Standorte zu wachsen.
Ja, sobald dein Jahresumsatz netto über 15.000 € liegt und deine Barumsätze netto über 7.500 € im Jahr betragen, gilt die RKSV-Pflicht. Du brauchst eine Kasse mit Sicherheitseinrichtung sowie Belegerteilung. Auch unterhalb der Grenzen ist ein professionelles Kassensystem sinnvoll, weil es Termine, Kundenkartei und Buchhaltung in einem Tool bündelt.
Drei bis sechs Monate sind realistisch, wenn alles parallel läuft. Die längsten Posten sind Behördenlauf (Bezirksverwaltungsbehörde, ggf. Bauamt), Schulungen für Spezialtätigkeiten und Renovierung. Plane keine harten Eröffnungstermine, bevor Mietvertrag, Gewerbeanmeldung und Hygieneplan stehen — sonst verschiebst du Marketing-Kampagnen mehrfach.

Ein Kosmetikstudio in Österreich erfolgreich zu eröffnen ist kein Sprint, sondern eine geplante Strecke. Drei Hebel entscheiden über den Erfolg: eine ehrliche Befähigungsfrage, eine konservative Kalkulation und saubere Hygieneprozesse von Tag eins.
Wer mit der Tätigkeitsliste startet, klärt automatisch die richtigen Fragen in der richtigen Reihenfolge — Befähigung, Studiotyp, Räume, Geräte, Kosten und Marketing fallen dann an ihren Platz. Die meisten teuren Fehler passieren in der Gegenrichtung: erst der Mietvertrag, dann die Gewerbefrage. Erst die Geräte, dann die Hygieneanforderungen. Erst das Logo, dann die Zielgruppe.
Plane drei bis sechs Monate Vorlauf, einen Liquiditätspuffer von sechs Monaten und eine realistische Auslastung von 30 bis 50 Prozent in den ersten Monaten. Wer diese drei Annahmen ehrlich durchrechnet, übersteht die Anlaufphase ohne Druck — und kann sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: gute Behandlungen und zufriedene Kund:innen, die wiederkommen.
lg Christian und das Team von shoperate
Alle Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Garantie kann dafür aber nicht abgegeben werden. Insbesondere stellt dieser Artikel keine Rechts- oder Steuerberatung dar.
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